Herbststraße, 16. Bezirk Wien Ottakring

 Du Heiligengeistkirche

Heiligengeistkirche (16, Herbststraße 82; Schmelzer Pfarrkirche [seit 1930] „Zum heiligen Geist“), die erste Stahlbetonkirche Mitteleuropas, bei der die Materialverwendung konsequent durchgeführt wurde. Nachdem ein 1908 unter der Patronanz der Herzogin Sophie von Hohenberg (Gattin des Thronfolgers Franz Ferdinand) gegründete Kirchenbauverein 1910 den Baugrund erworben hatte, legte [Josef Plečnik]] mehrere Entwürfe vor, von denen eine den vorhandenen Geldmitteln angepasste Sparvariante (ohne Glockenturm) zur Ausführung kam (Bau 1911-1913, Grundsteinlegung am 9. Juni 1911, erste Messe am 12. Juli 1911 in der Krypta; Benediktion der noch nicht fertiggestellten Oberkirche am 12. Jänner 1913, Konsekration am 3. Juni 1915).

Äußeres: Das Gotteshaus ist von betonter Einfachheit und besitzt keinen Turm. Auffallend ist die an einen griechischen Tempel gemahnende fensterlose Hauptfront mit fünf Eingängen und einem Glockenträger über der Attika.

Inneres: Im Inneren des pseudobasilikalen Baus fallen der erhöhte Altarraum (Hochaltar von Otto Holub nach dem Steinhofer Vorbild) und die Galerien zu beiden Seiten des Mittelschiffs auf.Das Kommuniongitter (25 Meter) nimmt die ganze Kirchenbreite ein.Altarwandmosaik von Ferdinand Andri (allegorische Darstellungen der sieben Gaben des Heiligen Geistes: Frömmigkeit, Stärke, Einsicht, Weisheit, Rat, Wissenschaft, Gottesfurcht), Metallreliefs von Michael Six (sein ehemaliges Antependium des Hochaltars wurde unter der Orgelempore angebracht), naturalistische Glasfenstergemälde von R. Nagl (1930; Epistelseite) und Remigius Geyling (1952; Evangelienseite); Kredenzaltäre (links Tod des heiligen Josef, rechts heiliger Bonifatius), Herz-Jesu-Volksaltar.Beiderseits des Hochaltarraums gelangt man in die Krypta (drei Grotten [Stall von Bethlehem; Ölberggrotte; Grotte mit Kopie des Heiligen Grabes in Jerusalem] um einen Hauptraum situiert). Der lange verschollene Tabernakel des Altars wurde von Plecnik gemeinsam mit Josef Engelhart (er schuf auch das Bild der „Unschuldige Kinder“, 1910) gefertigt, secessionistisches Taufbecken mit Holzfigur des heiligen Johannes des Täufers von Andri.In der Krypta verbarg der Pfarrer im April 1945 52 ukrainische Arbeiter, Kriegsgefangene und geflohene Soldaten der Deutschen Wehrmacht. 1959 erhielt die Kirche ein neues Pfarrhaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.