Steggasse 1, 5. Bezirk: Wien Margareten

Die Steggasse ,

Ein wichtiges Frühwerk des Architekten Josef Plecnik aus dem Jahr 1901

Quelle: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Steggasse

Karl-Borromäus-Platz, 3. Bezirk: Wien Landstraße

Karl-Borromäus-Brunnen

Karl-Borromäus-Brunnen (3, Karl-Borromäus-Platz; vor dem Magistratischen Bezirksamt 3), Anlage aus Marmor und Bronze in eleganter Ausführung; durch den unter das Straßenniveau abgesenkten Brunnenbereich ergibt sich eine intime Platzgestaltung. Der Brunnen, vom Bezirk Landstraße Karl Lueger in Würdigung seiner Verdienste als Bürgermeister gewidmet, ist ein Werk des Architekten Josef Plečnik und des Bildhauers Josef Engelhart (Grundsteinlegung am 24. Oktober 1904 zu Luegers 60. Geburtstag, enthüllt am 25. Mai 1909). Nach Kriegsbeschädigung wurde der Brunnen 1949 wiederhergestellt.

Quelle: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Karl-Borrom%C3%A4us-Brunnen

Friedrichstraße 12, 1. Bezirk: Wien Innere Stadt

Die Secession

Secession (1Friedrichstraße 12 [ursprünglich entsprach dies der Adresse Linke Wienzeile 2])

Über die Geschichte der Secession (Gebäudes)

Ausstellungsgebäude der Künstlervereinigung „Secession„. Die erste Ausstellung der Secessionisten fand am 25. März 1898 noch im Gartenbaugebäude statt. Bereits 1897/1898 konnte die Secession nach Plänen von Josef Maria Olbrich ihr eigenes Ausstellungsgebäude errichten. Am 15. November 1898 fand die Eröffnung statt. Die Baukosten wurden von Kunstfreunden aufgebracht. Über der viereckigen Tornische (darüber die Inschrift „Der Zeit ihre Kunst – der Kunst ihre Freiheit“ von Ludwig Hevesi) erhebt sich die Kuppel, eine Lorbeerlaube aus vergoldetem Eisen (im Volksmund alsbald „goldenes Krauthappl“ genannt). In der Vorhalle befanden sich vergoldete Stuckreliefs von Adolf Böhm. An der Rückseite des Gebäudes war anfänglich ein später beseitigter Fries Kolo Mosers („Kranzträgerinnen“) angebracht. Den Beethovenfries schuf Gustav Klimt 1902 für die XIV. Secessionsausstellung (1975-1985 nach Ankauf durch die Republik Österreich restauriert). An der Ostseite des Gebäudes steht in einer kleinen Anlage die Marc-Anton-Gruppe von Artur Strasser.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges musste die Ausstellungstätigkeit der Secession nach der XLVII. Ausstellung unterbrochen werden. Wie viele andere öffentliche Gebäude wurde auch die Sezession als Lazarett und Krankenlager benötigt. Dazu wurde dem Verein Sezession die „Allerhöchste Genehmigung“ zur Einrichtung des „Reservespitals des Roten Kreuzes Sezession“ erteilt. Das gesamte Areal wurde mit Holzplanken umfriedet. Im September 1917 wurde das Spital geschlossen und der Ausstellungsbetrieb mit der XLVIII. Ausstellung der Secession erneut begonnen.

Deutsches Reich: 1939 fordert die „Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erfordernisse“ die Gemeinde Wien auf, das Haus als Getreidespeicher zur Verfügung zu stellen und an einen Großhändler zu vermieten. In weiterer Folge wurde der Keller von der Deutschen Wehrmacht den Saurerwerken überlassen, die diese als Reifenlager nutzten. 1945 schlugen drei Bomben hinter dem Gebäude ein, wodurch das gesamte Glasdach zerstört wurde. Die deutsche Wehrmacht setzte bei ihrem Abzug den Keller in Brand, damit das Reifenlager nicht in die Hände des Feindes fällt. Die Hitze des Feuers vernichtet edas Gebäude bis auf die Grundmauern. Die eiserne Dachkonstruktion verformte sich durch die Brandhitze und fiel in sich zusammen. 1945 wurde die Secession zudem geplündert.

Bald nach Kriegsende begann der Wiederaufbau (im Inneren nach Plänen von Josef Hoffmann) und (zunächst provisorisch) der Ausstellungsbetrieb. Der gründlich renovierte Bau wurde schließlich am 5. Juni 1964 mit der großen Ausstellung „Wien um 1900″ wiedereröffnet. 1985 wurde die Secession generalsaniert (Eröffnung im Jänner 1986 mit der Ausstellung „Weltbilder – sieben Hinweise“). Die Gestaltung der Inneneinrichtung wurde von Mitgliedern der Secession konzipiert.

Über die Geschichte der Seceasion (Institution)

 

Die Gründung der “ Vereinigung bildender Künstler Österreichs Seccession erfolgte anlässlich des Auftritts von Genossenschaftsmitglieder Generalversammlung auf einer Außerordentlichen Generalversammlung des Künstlerhauses am 22. Mai 1897. Nachdem die „Jungen“ bei einer Wahlversammlung der Künstlergenossenschaft unterlegen waren (1896), besprach sich Josef Anton Engelhart mit Carl Moll und Gustav Klimt. Am 27. März 1897 berichtete Ludwig Hevesivon einer „Vereinigung bildender Künstler Österreichs – Wiener Secession“. Sie wandten sich dezidiert gegen die herrschende Tendenz des Historismus und verlangten neue ästhetische, dem modernen Leben adäquate Ausdrucksformen. Am 3. April meldete Klimt dem Künstlerhaus die Gründung. Nach der turbulenten außerordentlichen Generalversammlung des Künstlerhauses (22. Mai) teilte Klimt am 24. Mai schriftlichen den Austritt mit (Josef Anton EngelhartCarl MollKolo MoserErnst StöhrJosef Maria OlbrichWilhelm Bernatzik, später noch Rudolf BacherMax Kurzweil und Rudolf Jettmar, zuletzt [am 11. Oktober 1899] Otto Wagner). Den Ehrenvorsitz übernahm Rudolf von Alt. Am 21. Juni fand die erste Generalversammlung der Secession statt, in der man Klimt, Josef Hoffmann und Moll zu Ausstellungsverantwortlichen bestimmte und zudem die Herausgabe einer eigenen Zeitschrift „Ver sacrum“ beschloss. Die erste Ausstellung der Secessionisten fand am 25. März 1898 noch im Gartenbaugebäude statt. Bereits 1897/1898 konnte die Secession nach Plänen von Josef Maria Olbrich ihr eigenes Ausstellungsgebäudeerrichten, das mit der markanten goldenen Kuppel zu einem Schlüsselbau der Moderne werden sollte. Am 15. November 1898 fand die Eröffnung statt.

Klimt, der 1898-1903 die Illustrationen für die Zeitschrift lieferte und 1903 in der Secession seine erste Kollektivausstellung zeigte (Eröffnung am 14. November 1903), wurde zum Wortführer und ersten Präsidenten gewählt. Die Vereinigung der Secession sollte ursprünglich nur zehn Jahre bestehen. Nach der Gründung der Wiener Werkstätte am 1. Mai 1903 durch Hoffmann, Moser und Fritz Wärndorfer löste vor allem die Gestaltung der Weltausstellung in St. Louis (1904) Differenzen in der Secession aus. Um diese gescheiterte Ausstellung kam es innerhalb der Vereinigung zu heftigen Gegnerschaften. Im Zuge einer Abstimmung über die Zukunft der Galerie Miethke löste sich schließlich 1905 die „Klimt-Gruppe“ (unter anderem Moser, Wilhelm List und Wagner) aus Protest gegen den „naturalistischen Flügel“ (dem unter anderem Engelhart angehörte) aus dem Verband der Secession, worauf diese rasch an Bedeutung verlor. Bis zur Präsentation der Werke Egon Schieles und einiger Künstler der jüngeren Generation (1918) fehlte es an bedeutenden Ereignissen. In den zwanziger und dreißiger Jahren fanden erstmals wieder Ausstellungen der Kunst des Auslands in der Secession statt (1921 Münchner Secession).

Die Nationalsozialisten erwogen 1938, das Secessionsgebäude der Akademie der bildenden Künsteals Ausstellungshalle zu überlassen, doch kam es zu keiner Einigung. Im Herbst 1939 forderte das städtische Kulturamt die Auflösung aller Künstlervereinigungen in Groß-Wien und den Zusammenschluss zu einer Vereinigung der bildenden Künstler Wiens, der ein einziger Leiter vorstehen sollte. Ebenso sollte der gesamte Besitz der bestehenden Vereinigungen in die Verwaltung einer einzigen Leitung (Künstlerhaus) übergeben werden. In der letzten Vollversammlung am 10. November 1939 wurde von den Mitgliedern dem Fusionierungsvorschlag zugestimmt, worauf die Landesleitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Christian Ludwig Martin, Oswald Roux und Josef Hoffmann zu Liquidatoren ernannte. Am 18. Dezember 1939 fand im Künstlerhaus eine Feier aus Anlass der Vereinigung statt. Nach Kriegsende gründete man im Mai 1945 in Wien die Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs. Mit Bescheid vom 31. Oktober 1945 wurde die Secession unter der Bezeichnung „Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession“ neu gegründet (konstituierende Generalversammlung am 7. Dezember 1945, Wahl Oskar Kokoschkas zum Ehrenmitglied). Die erste Ausstellung fand im April/Mai 1946 statt. Im Ausstellungsprogramm der beiden folgenden Jahrzehnte waren alle wesentlichen Tendenzen der österreichischen Kunst vertreten (so fand beispielsweise 1950 die erste große Ausstellung des Art-Club in der Secession statt). Hans Staudacher veranstaltete 1961 das Versteckspiel „Who is Who“, eine Ausstellung, in der zahlreiche junge Leute erstmals auftraten (wie etwa später reüssierende Aktionisten). Auch an die Tradition der Künstlerfeste wurde wieder angeknüpft.

Siehe auch

Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession

Literatur

  • Friedrich Achleitner: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer. Band 3/1: Wien. 1. – 12. Bezirk. Salzburg: Residenz-Verlag 1990, S. 28 ff.
  • Felix Czeike: Wien. Innere Stadt. Kunst- und Kulturführer. Wien: Jugend und Volk [u.a.] 1993, S. 65 f.
  • Sabine Forsthuher: Die Wiener Secession. Das Ausstellungshaus und die Vereinigung bildender Künstler. Wien: Wiener Secession 1988
  • Gustav Gugitz: Bibliographie zur Geschichte und Stadtkunde von Wien. Hg. vom Verein für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Band 3: Allgemeine und besondere Topographie von Wien. Wien: Jugend & Volk 1956, S. 424
  • Ferdinand Kitt: Die Restaurierung des Gebäudes der „Secession“. In: Der Aufbau 19 (1964), S. 165-171
  • Justus Schmidt / Hans Tietze: Dehio Wien. Wien: A. Schroll 1954 (Bundesdenkmalamt: Die Kunstdenkmäler Österreichs), S. 80
  • Ottokar Uhl: Moderne Architektur in Wien von Otto Wagner bis heute. Wien [u.a.]: Schroll 1966, S. 21, S. 28, S. 117
  • Rolf M. Urrisk-Obertyński: Wien – 2000 Jahre Garnisonsstadt, Band 3 Innere Stadt, Weishaupt-Verlag, Graz 2012, S.
  • Quelle :https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Secession_(Geb%C3%A4ude)
  • Quelle 2 : https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Secession_(Institution)

Herbststraße, 16. Bezirk Wien Ottakring

 Du Heiligengeistkirche

Heiligengeistkirche (16, Herbststraße 82; Schmelzer Pfarrkirche [seit 1930] „Zum heiligen Geist“), die erste Stahlbetonkirche Mitteleuropas, bei der die Materialverwendung konsequent durchgeführt wurde. Nachdem ein 1908 unter der Patronanz der Herzogin Sophie von Hohenberg (Gattin des Thronfolgers Franz Ferdinand) gegründete Kirchenbauverein 1910 den Baugrund erworben hatte, legte [Josef Plečnik]] mehrere Entwürfe vor, von denen eine den vorhandenen Geldmitteln angepasste Sparvariante (ohne Glockenturm) zur Ausführung kam (Bau 1911-1913, Grundsteinlegung am 9. Juni 1911, erste Messe am 12. Juli 1911 in der Krypta; Benediktion der noch nicht fertiggestellten Oberkirche am 12. Jänner 1913, Konsekration am 3. Juni 1915).

Äußeres: Das Gotteshaus ist von betonter Einfachheit und besitzt keinen Turm. Auffallend ist die an einen griechischen Tempel gemahnende fensterlose Hauptfront mit fünf Eingängen und einem Glockenträger über der Attika.

Inneres: Im Inneren des pseudobasilikalen Baus fallen der erhöhte Altarraum (Hochaltar von Otto Holub nach dem Steinhofer Vorbild) und die Galerien zu beiden Seiten des Mittelschiffs auf.Das Kommuniongitter (25 Meter) nimmt die ganze Kirchenbreite ein.Altarwandmosaik von Ferdinand Andri (allegorische Darstellungen der sieben Gaben des Heiligen Geistes: Frömmigkeit, Stärke, Einsicht, Weisheit, Rat, Wissenschaft, Gottesfurcht), Metallreliefs von Michael Six (sein ehemaliges Antependium des Hochaltars wurde unter der Orgelempore angebracht), naturalistische Glasfenstergemälde von R. Nagl (1930; Epistelseite) und Remigius Geyling (1952; Evangelienseite); Kredenzaltäre (links Tod des heiligen Josef, rechts heiliger Bonifatius), Herz-Jesu-Volksaltar.Beiderseits des Hochaltarraums gelangt man in die Krypta (drei Grotten [Stall von Bethlehem; Ölberggrotte; Grotte mit Kopie des Heiligen Grabes in Jerusalem] um einen Hauptraum situiert). Der lange verschollene Tabernakel des Altars wurde von Plecnik gemeinsam mit Josef Engelhart (er schuf auch das Bild der „Unschuldige Kinder“, 1910) gefertigt, secessionistisches Taufbecken mit Holzfigur des heiligen Johannes des Täufers von Andri.In der Krypta verbarg der Pfarrer im April 1945 52 ukrainische Arbeiter, Kriegsgefangene und geflohene Soldaten der Deutschen Wehrmacht. 1959 erhielt die Kirche ein neues Pfarrhaus.

Brandstätte 6, 1. Bezirk: Wien Innere Stadt

Das Zacherlhaus

Das so genannte Zacherlhaus in Wien ist ein vom slowenischen Architekten und Otto-Wagner-Schüler Josef Plečnik entworfenes Wohn- und Geschäftsgebäude. Es wurde von 1903 bis 1905 im 1. Wiener Gemeindebezirk, der Inneren Stadt, auf den Grundstücken Brandstätte 6 bzw. Wildpretmarkt2–4 bzw. Bauernmarkt 5 errichtet. Es wird in Anlehnung an das von Zacherl vertriebene Insektizid auch Wanzenburg genannt.

Plečnik war bei Baubeginn 31 Jahre alt und wirkte bis 1913 vorwiegend in Wien, bevor er in Prag und dann jahrzehntelang in Laibach arbeitete. Der Bauherr, Johann Evangelist Zacherl, war Sohn des Fabrikanten Johann Zacherl, des Gründers der Zacherlfabrik, in der Insektenvertilgungsmittel hergestellt wurden.

Zacherl ließ das Gebäude als eines der ersten Häuser modernen Stils an Wildpretmarkt und Brandstätte in der Wiener Altstadt errichten. Die Brandstätte war als Verkehrsfläche erst 1875 geschaffen worden, nachdem die die frühere Brandstatt umgebenden Häuser demoliert worden waren.

Für die Fassade wählte Plečnik graue, polierte Granitplatten. Bemerkenswert ist auch das kunstvoll gestaltete, auskragende Dachgesims. Die Figur an der Fassade, den Erzengel Michael darstellend, schuf Ferdinand Andri, die Atlanten stammen von Franz Metzner. Im ovalen Stiegenhaus gibt es einen insektenartigen Beleuchtungskörper, der ebenso wie der Erzengel Michael (der Besieger der unreinen Geister) auf das Insektenpulver verweist, mit dem die Familie Zacherl reich wurde.

1949 mussten an dem im Zweiten Weltkrieg beschädigten Haus Wiederherstellungsarbeiten vorgenommen werden. Das denkmalgeschützte Gebäude zählt heute zu den bedeutendsten Bauten der Otto-Wagner-Schule und scheint in Architekturführern auf. Es befindet sich im Besitz der Nachkommen von Johann Zacherl und dient als Bürogebäude. Die architektonische Bedeutung des Zacherlhauses erschließt sich beim Vergleich mit dem Stil anderer Neubauten in Wien aus dieser Zeit, die oft noch im Stil des Historismus gestaltet waren, wie ihn Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand schätzte

Quelle:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Zacherlhaus

Beckgasse 30, 13. Bezirk Wien Hietzing

Villa Langer

Josef Plecnik, der große Architekt aus Laibach und Schüler Otto Wagners, baute dieses Jugendstilhaus im Cottage.

Der Besitzer, Baumeister Karl Langer, erstellte 1900 selbst den Plan für dieses Mehrfamilienhaus. Er sah eine historistische Fassade zur Straßenseite vor. Für die geplanten Veranden im ersten und zweiten Stock erhielt Langer keine Baubewilligung. Während der Fundamenterstellung bekam Josef Plecnik von ihm den Auftrag, eine Modernisierung des Hauses vorzunehmen. Es war dies die erste selbständige Arbeit des neunundzwanzigjährigen Architekten.

Auffassungsunterschiede gegenüber dem Auftraggeber zeigen sich z. B. in folgenden Äußerungen des Architekten: „Überhaupt aber – das Programm schon von Anfang an so dumm im Kopf des Hausherrn entstanden – daß in allen Fällen nichts Gesundes an den Tag gebracht worden wäre. Ich aber wollte exzeptionell sein – und das war richtig – wenn ich mich als Junger nicht austobe, werde ich mich niemals läutern.“

Außen tauschte Plecnik das historistische Ornament an der Straßenfassade gegen Reliefmuster aus Blüten und Wellenlinien. „Eine Fassade ohne Dekor ist wie ein Mensch, der niemals lacht.” Form und Größe der Fenster wurden der Raumfunktion angepaßt, wodurch das Innere des Baues nach außen wirksam wurde, wie dies beispielsweise an den großen Salonfenstern oder kleinen Kabinettfenstern ersichtlich ist. Die doppelten Öffnungen unter den Küchenfenstern dienen der Entlüftung. Dies und die Tierplastik an der Fassade verweisen auf die Auseinandersetzung Plecniks mit Hector Giumard, dem Schöpfer des Castel Béranger in Paris.

Auffallend ist weiters die Bewegtheit der Fassade, welche sich auf der linken Seite in einer erkerartigen Ausbuchtung der Wand und in gewölbten Fensterformen zeigt. Diese sind aus der angelsächsischen Baukunst bekannt (bay window), erinnern aber auch an Formen des heimischen Biedermeiers. Die Erkerfenster und auch die unverdeckte Traverse lassen belgische Vorbilder erkennen.

„Als eine der in Frage kommenden Vorlagen für Plecniks Werk mag Hortas Hôtel Tassel (1893) in Brüssel gelten, das Ende der neunziger Jahre bereits weitgehend in das Bewußtsein moderner Architekten gedrungen war.” Weitere Einflüsse lassen sich von O. Wagner und J. M. Olbrich ableiten. So wären beispielsweise Stiegengeländer und Verputz im Stiegenhaus ohne die Mitarbeit Plecniks an der Planung der Wiener Stadtbahn unverständlich. Das Prinzip der Bewegung, welches sich in verjüngenden und verbreiternden Formen ausdrückt, wie dies z. B. bei der Erkerstütze und bei den Zaunpfeilern erkennbar ist, wird durch das in Serie gefertigte Rosenmuster im Verputz noch verstärkt. Dieses Ornament breitet sich gleichmäßig über die ganze Fassade aus.

Quelle:

http://www.hietzing.at/Bezirk/geschichte2.php?id=159